Politik

Weitere Drohungen aus MoskauRussland will Energiesektor der Ukraine "massiv" angreifen

30.08.2026, 15:50 Uhr
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Bereits in der Vergangenheit zerstörte Moskau immer wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine, wie hier Umspannwerke von "Ukrenergo" im April 2003. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Langem bombt Russland die ukrainische Energieinfrastruktur - und nicht nur die - in Schutt und Asche. Das reicht dem Kreml aber noch nicht. Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigt weitere heftige Attacken an.

Russland hat mit neuen Angriffswellen gegen Energieanlagen in der Ukraine gedroht. Die Armee bereite "massive Angriffe gegen Einrichtungen des Energiesektors der Ukraine" vor, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Russland spricht dabei von "Vergeltung" für die ukrainischen Attacken auf russische Öl- und Energieanlagen.

Tatsächlich hat Russland aber schon lange vor ukrainischen Angriffen intensiv die ukrainische Energieinfrastruktur und andere zivile Einrichtungen zerstört. Während des vergangenen Winters hatte Moskau seine Angriffe auf ukrainische Kraftwerke verstärkt und Millionen von Menschen damit Kälte und Dunkelheit ausgesetzt.

In den vergangenen Monaten weiteten Russland und die Ukraine ihre gegenseitigen Angriffe mit weitreichenden Geschossen aus. Dabei nahmen sie zunehmend zivile Infrastruktur wie Lagerhäuser und Öl- und Hafeninfrastruktur ins Visier. Der Juli war für ukrainische Zivilisten der tödlichste Monat seit Beginn von mehr als vier Kriegsjahren.

Am Freitagabend hatte ein russischer Drohnenangriff in einem Munitionslager der Armee nahe Kiew einen Großbrand und zahlreiche Explosionen ausgelöst. Dabei wurden nach neuesten Erkenntnissen 38 Menschen getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj an diesem Sonntag bei Telegram mitteilte. 20 Menschen seien verletzt worden und vier weitere würden noch vermisst.

Die Feuerwehr habe die meisten Feuer inzwischen gelöscht, fügte Selenskyj hinzu. Sprengstoffexperten seien vor Ort weiterhin im Einsatz. "Das Ausmaß der Kontamination in dem Gebiet ist erheblich", erklärte der ukrainische Präsident. Bei den Explosionen waren Selenskyj zufolge mehrere Wohngebäude sowie ein Pflegeheim beschädigt worden. Er kündigte an, die Verantwortlichen für die verbotene Waffenlagerung nahe Wohngebieten zur Rechenschaft zu ziehen.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Dabei gehe es um die Frage, ob die nötigen Genehmigungen für die Lagerung von Munition auf dem Gelände vorlagen, erklärte die Behörde. Laut Selenskyj befanden sich in dem Depot große Mengen von Granaten, Minen und Drohnen.

Bei weiteren russischen Angriffen wurden nach ukrainischen Behördenangaben am Samstag drei Menschen getötet, unter ihnen ein zweijähriges Kind in Kiew und ein 14-jähriges Mädchen in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt. In Russland wurden am Samstag bei ukrainischen Angriffen nach Behördenangaben in der Region Belgorod und auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim insgesamt vier Menschen getötet.

In der Nacht zum Sonntag griff die russische Armee eigenen Angaben zufolge eine Asbest- und Zementfabrik in Kiew an, auf deren Gelände Sprengstoff gelagert werde, sowie eine Produktionsstätte für Drohnen und Munition. Die Ukraine attackierte ihrerseits in der Nacht eine Ölraffinerie im Nordosten Russlands mit Drohnen, was örtlichen Behörden zufolge einen Brand auslöste.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

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